(...und der Vokalklau)
(...und die Geschichte von Harry und Sally)
Dr Vclkl st krz nd bndg nd f dn Pnkt. Harry und Sally wirkt auf mich wie ein pralles cineastisches Drama. Zwei lesenswerte Beiträge von Hermann.
Zum Vokalklau fällt mir ein: Vor einigen Jahren habe ich mal eine (tatsächlich akzeptable) Casting-Show gesehen mit einem talentierten Kandidaten, der einen deutschen Popsong sang (ausnahmsweise mal mit einem verständlichen Text). Einer der Coaches kritisierte die Aussprache als uncool und empfahl dem Talent, doch die Endsilben mehr zu verschleifen. Aus „Ich möchte leben, um dir alles zu geben” (frei erfundene Zeile, weil ich mich an den Text nicht erinnere) wurde dann: „Ich möchte lebnnn, um dir alles gebnnn“. Der damals als „Dr. Ton“ titulierte Juror ist heute übrigens als Anhänger von Verschwörungstheorien und Freund von Reichsbürgern bekannt. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich möchte damit keinesfalls einen nicht vorhandenen Zusammenhang konstruieren.
Zu Harry und Sally: Ach ja, die Selbstwahrnehmung. Sich ein bisschen positiver zu sehen als andere, kann immerhin das Selbstvertrauen stärken, sich ein bisschen negativer einzuschätzen, kann hingegen Enttäuschungen über die eigenen Leistungen im Leben dämpfen. Leider gibt es auch schlimme Wahrnehmungsstörung: auf der einen Seite etwa den Narzissmus (bestes Beispiel: Donald T.) oder den Dunning-Kruger-Effekt, der manchen Vollpfosten zum selbsternannten Experten macht, auf der anderen Seite die nicht vorhandene Wertschätzung des eigenen Ichs bei manchen Menschen. Ich denke da zum Beispiel an Teenager, die einem beinahe verbrecherisch von Werbung und bestimmten Influencern induzierten „Idealbild” hinterher hecheln und sich deswegen zu Tode hungern.
Über seine Selbsteinschätzung zu reflektieren, kann auch für uns Staupeianer eine heilsame Sache sein.